Muss das ZCOM für immer schließen?

Was da im Hochhaus in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße seit 2017 betrieben wird, soll zum 31.12.2026 beendet werden. Gerade einmal 10 Jahre hat damit die Idee, das Zuse Computermuseum aus dem Industriegelände mitten in die Innenstadt zu bringen, überlebt. Die Tagesordnung für die Sitzung des Stadtrates Hoyerswerda verrät, dass die Stadträte am 30. Juni um Zustimmung zum Ende der städtischen Förderung für das Museum gebeten werden. Das wäre dann das Ende in der selbsternannten Konrad-Zuse-Stadt…

Die Stadt Hoyerswerda ist wieder einmal in einen finanziellen Engpass geraten. Um die Kassenlage in den Griff zu bekommen, ist ein Haushaltskonsolidierungskonzept beauftragt worden und wird seit Monaten Punkt für Punkt abgearbeitet. Das Zuse-Computer–Museums (ZCOM) wird von der ZCOM-Stiftung betrieben. Der Museumsbetrieb wird dabei über die Eintrittsgelder und die ZCOM-Stiftung finanziert. Das sollte eigentlich über die Erträge des Stiftungskapitals erfolgen. Da aber neben der Stadt und der städtischen Wohnungsgesellschaft kein weiterer Kapitalgeber aufgetrieben wurde, ist das Kapital mit einer ursprünglichen Einlage von 50.000 Euro denkbar knapp. Daher ist der Museumsbetrieb auf Zuschüsse angewiesen. Bisher zahlt die Wohnungsgesellschaft 110.000 Euro pro Jahr, hat aber bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass diese Spende zum 31.12.2026 eingestellt wird. Die Kulturraumförderung des Landkreises bringt weitere 88.000 Euro pro Jahr. Und bisher zahlt auch die Stadt Hoyerswerda weitere 25.000 Euro pro Jahr. Aufgrund der ständig steigenden Kosten und der deutlich zu geringen Besucherzahlen (nur 10.314 Besucher statt geplanter 20.000 – 25.000 Besucher in 2025) würde das ZCOM in diesem Jahr ein Minus von 93.000 Euro machen.

Es gelang nicht, anderer Förderer und Fördermittel zu akquirieren. Mit dem Wegfall der regelmäßigen Zuwendung von der Wohnungsgesellschaft entsteht also ein weiteres Finanzloch im sechsstelligen Bereich und daher will auch die Stadt ihren Zuschuss komplett streichen, zumal der Haushalt eben dem Haushaltskonsolidierungskonzept unterliegt. Für das kommende Jahr 2027 wären so nun zirka 250.000 Euro nötig. Zu viel für die Stadt und den ZCOM-Stiftung.

Wenn sich in der freien Wirtschaft oder bei begüterten Einwohnern keine signifikanten Unterstützungsmittel finden lassen, endet damit exakt 10 Jahre nach Eröffnung das tolle Projekt des Zuse-Computer-Museums. Wir empfehlen jedem Interessierten nun schleunigst die letzten Gelegenheiten bis zum Jahresende zu nutzen und ein wirklich einmalig tolles und interaktives Museum wenigstens jetzt noch zu besuchen. Hier finden sich 18.000 Ausstellungsstücke, von den ersten mechanischen Rechenschiebern und -maschinen, über die Zuse-Computer und die Robotron-Großrechner bis hin zu modernen Smartphones. Dazu viele interaktive Elemente und eine Ausstellung, die künstlerische Seite von Konrad Zuse beleuchtet.

Was bei einem Ende mit den vielen Ausstellungsstücken passieren wird, steht in den Sternen. Aber vielleicht findet sich ja noch ein „weißer Ritter“ bzw. viele kleinere Retter für den Traum einer modernen Computer-Ausstellung im Herzen unserer Stadt.

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