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Seit 4 Monaten: Bahnhof Hoyerswerda geschlossen – für immer dicht? 200.000 € für den Bahnhof

Seit 4 Monaten: Bahnhof Hoyerswerda geschlossen - für immer dicht?
Seit 4 Monaten: Bahnhof Hoyerswerda geschlossen – für immer dicht?

Die unendliche Geschichte für das sanierte Bahnhofsgebäude in der Hoyerswerdaer Altstadt ist natürlich weiterhin völlig offen. Nachdem der letzte Mieter am 28. Dezember 2011 das Gebäude verlassen musste, ist die Empfangshalle dicht. Nicht so dicht war offensichtlich die Unterführung, die zu den Bahnsteigen führt – doch wenigstens das soll sich jetzt ändern.

 
Denn die Deutsche Bahn will noch in diesem Sommer die „Tropsteinhöhle“ beseitigen. Das Problem ist nicht neu und bereits seit Jahren bekannt. Offensichtlich drang Wasser durch den Boden in die Unterführung, die zu den Bahnsteigen führt. Daher baute die Bahn zunächst eine billige Holzkonstruktion, der wie zirka 4-5 Zentimeter über dem Boden eine neue Lauffläche schaffte. Doch das sah nicht nur ziemlich beknackt aus, es war auch kontraproduktiv, weil relativ rutschig, erst recht im Winter. Also wurde alles wieder abgebaut, doch der Zustand blieb. In diesem Jahr soll nun aber eine Sanierung des Bodens erfolgen (vermutlich wird der einfach nur neu mit Beton ausgegossen und gehofft, dass das Wasser sich nun einen leichteren Weg sucht. Gleichzeitig soll dann die Unterführung auch wieder hübsch angepinselt werden, nachdem der Anstrich durch die dauerhafte Wassereinwirkung entfernt werden musste. Insgesamt rund 200.000 Euro soll die Maßnahme kosten. Doch die zahlt das 100%-ige Staatsunternehmen nicht aus der eigenen Tasche, das ist offensichtlich bei einem Jahresgewinn 2011 von läppischen 1,332 Millarden Euro für den Gesamtkonzern, einfach nicht mehr drin. Die 200.000 Euro sind natürlich wieder Steuergelder (Fördermittel). Somit engagiert sich nicht die Bahn, sondern die verzweifelte Politik versucht, wenigstens die Betriebsfähigkeit der Bahnanlagen (also die Erreichbarkeit der Bahnsteige durch die Unterführung) sicher zu stellen.
 
Währenddessen versucht die Bahn weiterhin – offenbar erfolglos – das historische Empfangsgebäude zu veräußern. Hieß es noch im Dezember, man könnte schon bald einig sein, ist dergleichen den Pressemitarbeitern bei der Bahn nicht mehr zu entlocken. Es sieht wohl so aus, als ob der damals avisierte Interessent sein Gebot zurückgezogen hat – dieser soll auch Mietfreiheit gefordert haben, weshalb dem letzten Mieter im Bahnhof, dem Taxi-Ruf gekündigt worden sein soll. Das Resultat könnte sein, dass die wir auch im Dezember keine Veränderung an der Eigentumsfrage haben und somit das Bahnhofsgebäude auch weiterhin leer stehen wird. Der weitere Verfall der Bausubstanz, die ja nun im Winter nicht mehr geheizt wird, wird schneller voranschreiten und sicherlich sehr schnell die destruktiven Kräfte anziehen, die zum Beispiel auch am Zentralpark (zwischen Lausitzhalle, Lausitz-Center und Lausitz-Tower) schon nach wenigen Monaten Schäden in vierstelliger Höhe angerichtet haben.
 
NACHTRAG: Durch eine technische Dummheit (statt Veröffentlichen auf Speichern gedrückt) wurde der Artikel nicht zum 28.04. veröffentlicht. Ein Bericht der Lausitzer Rundschau heute hat mich daran erinnert, dass ich doch schon was vorbereitet hatte (nur eben nicht veröffentlicht). Im Bericht der LR steht aber auch nix Neues, außer, dass die Stadt darauf beharre, dass die Bahn verpflichtet sei, das Gebäude zu bewirtschaften und nun hoffe, dass ein seriöser Investor gefunden wird.

1 Kommentar

  1. Roland Hesbacher

    Es wird höchste Zeit, dass sich der Stadtrat und der Oberbürgermeister der Stadt Hoyerswerd Her Skora, mit dem gleichen Elan wie für die Organisation von Festen auch für für die sofortige Wiederinbetriebnahme des Bahnhofgebäude einsetzt!
    Es muß doch möglich sein, die Bahn zu veranlassen den Bahnhof wieder zum Leben zu erwecken; eventuell auch mit Druck!
    Wenn die Strecke Falkenberg Hoyerswerda nach Polen ausgebaut werden soll, wird die Bahn sicher auch für Erweiterungsbauten Land von der Stadt haben wollen!
    Das könnte man ja seitens der Stadtväter an die dauerhafte Wiedereröffnung des Bahnhofsgebäude binden!

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