Diese Nachricht hat tatsächlich für einige Unbehagen gesorgt. Denn der Namensgeber Konrad Zuse ist so etwas wie die Neuerfindung der Erzählung unserer Stadt. Nicht umsonst prangt auch der Titel „Konrad-Zuse-Stadt“ an den Ortseingängen. Dass nun das wirklich tolle Museum mit innovativem Ausstellungskonzept möglicherweise sterben soll, sorgt für einen Aufschrei!
Bundesweite Aufmerksamkeit besorgt ein Bericht beim technikaffinen Portal heise.de. Und auch in sozialen Netzwerken gab es neben Desinteresse durchaus lebhafte Diskussionen. Von „Trauerspiel“ bis hin zu „Hoyerswerda stirbt“ war so Einiges vertreten. Aber eben auch nachdenkliche Töne. Klar scheint nur, ist das Museum erst einmal dicht, wird wohl kaum eine Lösung zu einer Wiedereröffnung geben.
Was könnte denn getan werden, um das Museum zu erhalten?
Es geht um Geld. Der Fehlbetrag in diesem Jahr 2026 liegt schon bei 93.000 Euro. Im Folgejahr 2027 werden dann noch mal 250.000 Euro fällig. Was sind die großen Kostenblöcke? Die tatsächlichen Zahlen sind nur für die Vertreter im Stadtrat einsehbar, aber wir gucken mal, wie gut wir an der Wirklichkeit liegen:
Zuallererst die Personalkosten. Hier ist am Wenigsten zu machen. Es braucht für den Betrieb eines Museums einfach Personal für den Einlass, die pädagogische Betreuung etc. Wenn nicht genug Geld aufgebracht werden kann, ist durchaus denkbar, die wissenschaftliche Leitung und die pädagogische Betreuung nicht mehr zu besetzen und durch Personalunion mit den Funktionen vom Stadtmuseum im Schloss zu verschmelzen, so lange wie keine bessere Finanzierung wartet. Einfachere Tätigkeiten wie der Einlass/Ticketverkauf kann sicher von engagierten Rentnern auf Basis von Mini-Jobs erbracht werden. Das ist keine gute Lösung, aber ein möglicher Ausweg.
Dann kommen die Kosten für Miete der Ausstellungs- und Lagerräume. Nachdem die städtische Wohnungsgesellschaft Vermieterin ist, wäre es für die Stadt ein Leichtes, hier einen Mietzins von 1 Euro pro Monat zu vereinbaren.
Natürlich kann nicht nur die Wohnungsgesellschaft alle Lasten allein schultern. Hier ist ein Blick auf die weiteren Beteiligungen der Stadt Hoyerswerda zu werfen. Bei den Städtischen Wirtschaftsbetrieben (SWH) mit ihren Unternehmen wie den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda (VBH) oder der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) oder der Breitband Hoyerswerdas (BBH) ist durchaus noch ein wenig Potential, die Marketing- und Unterstützungsausgaben um einige zehntausend Euro je Jahr zu erhöhen.
Dazu noch der städtische Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro. Dass in diesen harten Zeiten nicht mehr geht, ohne an anderer Stelle etwas wegzunehmen ist offensichtlich. Aber diese Zahlung sollte leistbar sein und bleiben.
Und doch werden alle diese Maßnahmen nicht ausreichen, um nachhaltig das Museum für uns Alle erhalten zu können. Dafür braucht es viele weitere Maßnahmen:
- Zuallererst braucht es Besucher, Besucher, Besucher. Dass gerade einmal etwas mehr als 10.000 Besucher die Ausstellungen nutzen, ist schlicht enttäuschend. Hier muss mehr Werbung und Suchtbarkeit her. Und da können wir Alle etwas tun: Eure Urlaubsgäste wollen etwas in der Stadt sehen? Dann verbindet doch den Bummel im Lausitz-Center mit dem Museums-Besuch! Ihr habt die Stadt schon vor Jahrzehnten wegen der Arbeit verlassen? Dann plant doch bei einem Heimatbesuch auch das ZCOM mit ein!
- Dann sollten regional und auch überregionale Firmen aus der IT-Branche auch einen kleinen Teil tun und Geldspenden leisten oder ihren Mitarbeitern als kleinen „Bonus“ Eintrittskarten für das ZCOM schenken.
- Und dann braucht es die „dicken Fische“. Versterbende ohne Angehörige könnten die Konrad Zuse Forum Stiftung in ihrem Testament berücksichtigen. Auch wohlhabende Menschen aus der Tech-Branche könnten Gutes tun mit einer Zustiftung.
Das sind viele „wenn“ und „aber“ – doch die Hoffnung, dass eine solche identitätsstiftende Einrichtung mit dem Zutun Vieler noch eine Zukunft in Hoyerswerda haben könnte, ist da.
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