1919 schmückt sich mit fremden Federn

Der Fußballclub Hoyerswerdaer SV 1919 schmückt sich mit fremden Federn.

Der Fußballclub Hoyerswerdaer SV 1919 schmückt sich mit fremden Federn.

Nachwuchsarbeit ist vielen Vereinen im Fußball eine Herzensangelegenheit. Besonders stolz sind die Vereine dann, wenn ihre Spieler den Weg zu großen Vereinen finden oder wenn Spieler aus dem Nachwuchs den Weg in die eigenen Männermannschaften finden. Da lobt man sich eben auch mal gern selbst, als Bestätigung für die eigene gute Arbeit – das ist normal. Man schmückt sich mit seinen hart erarbeiteten Erfolgen. Der Hoyerswerdaer SV 1919 schmückt sich aber auch gern mal mit fremden Federn… 

 

Aufmerksam geworden bin ich durch die Kurzmeldung der Ex-Adler-Kicker auf ihrer (Weblog-)Homepage. Schon die Überschrift machte neugierig:

Berti ist wieder da!

Berti? Mmh, als langjähriger Begleiter des FC Lausitz dachte ich da sofort an einen altgedienten Helfer bei den Schwarz-Gelben. Aber der würde doch nicht etwa bei den früher-mal-Altstädtern anheuern! Nein, das macht er auch nicht. Denn die Meldung im Wortlaut geht so: 

Ein echtes Eigengewächs kehrt wieder zum Hoyerswerdaer SV 1919 zurück. Nach einem halben Jahr in Wittichenau in der Kreisoberliga spielt Alberto Zomack (20) ab sofort wieder in Hoyerswerda. Der Allrounder, einst unter Mario Tröster in der A-Junioren Landesliga spielend, hat den Hoyerswerdaer SV 1919 verstärkt. Zunächst möchte er die 2. Männermannschaft unterstützen und durch intensives Training wieder den Sprung in die Bezirksligamannschaft schaffen.

Aha, es geht um Alberto Zomack. Ein „echtes Eigengewächs“ ist der also? Den kenne ich doch. Denn Alberto Zomack ist ein echtes Eigengewächs, allerdings ist seine fußballerische Heimat beim FSV/FC Lausitz Hoyerswerda. Er trat den Schwarz-gelben im Alter von 5 Jahren bei und durchlief dort systematisch die Nachwuchsabteilungen. 

Das Beweisfoto: Alberto Zomack ist ein echtes Eigengewächs, allerdings nicht vom Hoyerswerdaer SV 1919, sondern vom FC Lausitz Hoyerswerda. Hier ein Teamfoto bei den C-Junioren.

Das Beweisfoto: Alberto Zomack ist ein echtes Eigengewächs, allerdings nicht vom Hoyerswerdaer SV 1919, sondern vom FC Lausitz Hoyerswerda. Hier ein Teamfoto bei den C-Junioren.

2008 kam dann der Wunsch auf, sich in der höherklassigen Jugendmannschaft des Stadtnachbarn versuchen zu wollen – sogar eine Rückkehroption war zwischen den Vereinen vereinbart worden. So nutzte Alberto die Chance, in der A-Jugend unter Trainer Mario Tröster seine gute Ausbildung zu komplettieren, wurde sogar gern in der Männermannschaft am Alder eingesetzt – obwohl dies die Vereinbarung mit dem FC Lausitz dies nicht vorsah. Zur vergangenen Saison wollte das echte Eigengewächs dann wieder zu seinem Heimatverein zurück wechseln, doch da wirkte der Hoyerswerdaer SV 1919 sehr erfolgreich mit einem größtmöglichen Störmanöver entgegen, die Mannschaft zerbrach und so platzte auch der Wechsel zum FC Lausitz. Zum Beginn dieser Saison folgte er dann dem Ruf von Waldemar „Waldi“ Adamowicz, der zwischenzeitlich die Männer der DJK Wittichenau betreut. Dort war Alberto als perspektivischer Neuugang geplant, doch konnte sich nicht durchsetzen. Zwischendurch bemühte man sich bei den Rot-Grünen um sein „echtes Eigengewächs“ und konnte nun gestern stolz verkünden:

 
Berti ist wieder da
Ja, das „echte Eigengewächs“ ist wieder zurück, zurück in seiner fußballerischen Wiege im Jahnstadion! Nur halt im „falschen“ Verein. Denn, dass sich der Hoyerswerdaer SV 1919 nun unbedingt stets mit fremden Federn schmücken muss, missfällt sicherlich nicht nur dem Stadtkonkurrenten. Nachdem der Ex-Adler-Club mit Leidenschaft die Möglichkeiten des DFB-Stützpunktes genutzt hat, um die besten Jugendspieler der Umlandvereine abzugraben, sind die Verantwortlichen nicht mehr überall gern gesehen.
 
Warum nun also ein Spieler, der kaum länger als zwei Jahre beim HSV aktiv ist, als „echtes Eigengewächs“ bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht. Es ist zumindest ein Affront gegen die zahlreichen tatsächlichen Eigengewächse, die es natürlich auch im Verein gibt. Sind die dann alles keine „echten Eigengewächse“? 1919 sollte sich lieber mit eigenen Federn schmücken das steht ihnen zum Einen viel besser und ist andererseits auch ehrlicher.
 
Offenlegung: Ich war bis zum Juni 2010 in verschiedensten Formen beim FC Lausitz Hoyerswerda, zuletzt als Pressesprecher tätig.

2 Kommentare

  1. Ich glaube das is nichts neues bei HSV 1919. Ich erinnere nur an T.Jantschke, den sich dieser verein immer auf seine Fahnen schreibt. Aber er hat nie, nicht einmal für den adlerclub gespielt. was also soll das? Aber im Spielerklauen waren sie schon immer erste sahne.

  2. Moin, moin und hallo Berti,

    es tut mir persönlich sehr leid, dass du herhalten musst für Schlammschlachten außerhalb des Platzes. deswegen möchte ich DIR auch auf diesem Wege mitteilen, dass ich immer ein Ansprechpartner für dich sein werde. Unabhängig, ob sich irgendjemand darüber aufregt, dass du dort und dort und dort gespielt hast und vor allem, wo DU hingehörst, ist es ganz einfach so….- Du bist der ‚Berti‘ aus Hoyerswerda und es gibt viele Menschen, die auch Dir was sagen wollen- entscheide selbst, auf wessen Rat du hörst, wohin du gehst und was du tust.
    Hoyerswerda lebt und wird in vielen deiner Beiträge( die ich als richtig gut empfinde) als Stadt mit vielen Problemen dargestellt, zu deren Lösung sie Hilfe braucht und von denen alle wissen sollten und mit anpacken sollten- gemeinsam….. oder???
    Warum ist das im Fußball nicht so? Hoyerswerda lebt- Aktivist gibt es nicht mehr, noch einen ehemaligen Verein auch nicht……. und um mal mit Insiderkenntnissen um sich zu werfen, die neuesten Info’s über P und G, das ganze Drumherum, die anderen Baustellen(ungenannt!)- was verfolgst Du mit dieser Schmiererei- Mach doch einfach mal den Vorschlag eines völlig neuen Vereins- z.B. FV Seenland 14- und bringe Dich ein, forciere das, stell dich an forderste Front und kämpfe dafür…………- oder halte deine Lästerfresse und trink mit ‚Manne‘ einen.
    Das Bild von 2005- sag mir jemanden, der von den Abgebildeten noch für welche Funktion im Verein tätig ist?
    Und Trainer H.-J.-G. ist sehr schweren Herzens- warum wohl?- jetzt in Zeißig tätig( die Regularien sind dir als Viel-Funktionär sicher bekannt). (Fast) keiner mehr da….-warum nicht???
    Nochmal der Vorschlag zur Brücke- es gibt nur Hoyerswerda, früher war das zu DDR-Zeiten vor allem ASP, dann der Nachfolger und der Nachfolger und als man sich dann völlig übernommen hatte, war Ende.
    Aber wenn Du in dieser Zeit gewirkt hast, wirst du genügend Insiderkenntnisse haben, warum das so gekommen ist und Du wirst auch wissen, warum Du nicht mehr da bist…..???!!!

    PS. Der Verfasser kam 1990 nach Hoyerswerda und hatte bis dahin mit diesem ganzen …………. nichts zu tun.

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