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Was HOYGIDA wirklich will…

Was HOYGIDA wirklich will...

Was HOYGIDA wirklich will…

Hoyerswerda hat eine neue politische Farbe bekommen. Wobei: So ganz neu ist das alles nicht. Seit wenigen Tagen tummeln sich im sozialen Netzwerk Facebook Patrioten, die unsere Heimat verteidigen wollen. Echte Patrioten natürlich HOYGIDA nennt sich das Ganze und soll wohl bedeuten: Hoyerswerda gegen die Islamisierung des Abendlandes.

Wobei Hoyerswerda und Abendland an sich ja schon pure Ironie zu sein scheint. Wenn diese Stadt insbesondere in den vergangenen 70 Jahren eines war, dann ganz sicher kein christliches Abendland, sondern wohl viel eher Sodom und Gomorra. Hier könnte jetzt lang und breit beschrieben stehen, warum dieser Quatsch mit der Islamisierung und Überfemdung in einer sterbenden Stadt mit mehr als 30.000 Einwohnern und doch deutlich weniger als 1.000 hier lebenden Ausländern … aber das wissen Leser dieses Blogs ja eh!

Viel Spannender ist doch, warum es nach PEGIDA in Dresden, LEGIDA in Leipzig, MAGIDA in Magdeburg, BRGIDA in Braunschweig und und und nun auch ausgerechnet in der Metropole Hoyerswerda einen eigenen Ableger geben muss. HOYGIDA ist der verzweifelte Versuch der Hoyerswerdaer braunen Fraktion, doch endlich mal eine eigene Demonstration gegen das Asylbewerberheim in der Heimat hin zu bekommen. Denn seit die Gerüchte um ein Asylbewerberheim in der Stadt aufkamen, war man zwar im Internet bei den „üblichen Verdächtigen“ sehr erfolgreich, brüstet sich zum Beispiel aktuell mit 3.000 Likes auf Facebook – von denen ein Großteil nicht aus Hoyerswerda und Umgebung stammen -, doch wie sieht es in der Realität aus? Keine einzige erfolgreiche Demo, vereinzelt Idioten, die sich stark fühlen, Kinder und Frauen aus dem Asylbewerberheim zu belästigen, der Versuch eine Scheibe mit einem Hammer einzuhauen. Doch ein starker Aufschrei, eine Solidarisierung der Bürger Stadt mit den „Rechten“ sieht anders aus. Und eben das wollen die HOYGIDAs: Aufmerksamkeit der „anständigen Bürger“, die sich aus Scham nicht trauen, mit den alten und neuen Nazis zu marschieren.

Könnte gelingen, muss es aber nicht zwangsläufig. Die lange Ankndigungsfrist von sechs Wochen lässt natürlich auch den Schluss zu, dass der …GIDA-Welle in Deutschland bis dahin schon wieder mächtig die Luft genommen wurde. Außerdem wurde die Kritik der rechten Szene an der vergangenen Veranstaltungen berücksichtigt, damals gab es massive Beschwerden, dass man ja unter der Woche nicht könne und dass ja auch die großen Freunde aus anderen Städten sonst nicht kämen… Hoyerswerda soll nun also am 24. Januar seine neue politische Farbe erhalten.

Mitmarschieren darf Jeder, aber bitte an die „Regeln“ der Demoveranstalter halten…

HOGIDA-Regeln...

HOGIDA-Regeln…

Wobei auch hier wieder die üblichen Probleme der Abendland-Retter zu Tage treten zu scheinen. Ist denn da das hoch gelobte und geheiligte Abendland noch zu retten? Ist denn so unsere Kultur zu erhalten? Soll das etwa „unsere“ Kultur sein?

Ist mit der Bewahrung „unserer“ Kultur etwa gemeint, dass wir uns solche Taten wie den Mord an Waltraud Scheffler im Jahr 1992, den Mord an Mike Zerna 1993, wiederholte Brandanschläge auf den Türkischen Imbiss Merhaba in den Neunzigerjahren und Asiatische Imbisse, Überfälle auf Jugend- und Kultureinrichtungen wie „Dock 28“, „Laden“ oder die „KuFa“, die Bedrohung von Hoyerswerdaer Bewohnern mit roher Gewalt, die Vertreibung von Einwohnern? Warum sind die Abendlandverteidiger dagegen nicht auf die Straße gegangen und was sollen die wahren „Horden“ an Ausländern an dieser Situation noch schlechter machen?

Und dennoch: Jeder Deutsche hat das Recht, sich unter freiem Himmel zu versammeln. Das ist ein verbrieftes Grundrecht. Egal, ob er Rechts, Links, was auch immer ist. Eine Demokratie muss auch Menschen aushalten, die andere Menschen für dumm genug halten, ihre dumpfen Parolen nicht zu durchschauen.

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