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Kriminalstatistik 2016: Hoyerswerda wird sicherer!


Berichte von gestohlenen Autos und Fahrrädern finden sich nicht selten in den örtlichen Nachrichten. Und so verfestigt sich mehr und mehr ein Gefühl, dass die Kriminalität steigt. Eine gute Gelegenheit, das Gefühl zu überprüfen, bieten die jährliche Polizeilichen Kriminalstatistiken. In dieser Woche präsentierte die Polizeidirektion Görlitz, die auch für Hoyerswerda zuständig ist, ihre Statistik für das vorangegangene Jahr.

Und die Statistik für die Direktion liest sich auf dem ersten Blick gut: Die Anzahl der gemeldeten Fälle ist weiterhin rückläufig. Und besonders im Landkreis Bautzen sind die Zahlen verglichen mit anderen Regionen niedrig, wie die Sächsische Zeitung ausführt:

Im Durchschnitt muss man in Sachsen mit knapp acht Straftaten pro 100 Einwohner rechnen. Im Kreis Görlitz liegt die Quote mit 8,2 etwas höher, in der Stadt Görlitz ist sie mit 15,3 sogar fast doppelt so hoch. Im Kreis Bautzen dagegen ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, mit fünf Straftaten pro 100 Einwohner wesentlich geringer. Die niedrigste Quote haben die Orte Crostwitz, Räckelwitz, Lichtenberg und Puschwitz.

Grundlage dafür ist die sogenannte Häufigkeitskennziffer (HKZ). Bei dieser wird die Gesamtzahl der Kriminalfälle auf jeweils 100.000 Einwohner hochgerechnet, um Vergleichszahlen zu erhalten. Während die HKZ in Dresden also bei 10.545 Fälle je 100.000 Einwohner liegt, ist sie in Görlitz mit 15.343 deutlich höher. Der Sachsenschnitt liegt bei 7.958. Und Hoyerswerda? Aktuell liegt Hoyerswerda bei 5.552 – ein historisch niedriger Wert.

Diese Statistik zeigt eindrucksvoll, dass in der vergangenen Jahren die Anzahl der Kriminalitätsfälle gesunken ist. Ein Teil des Rückgangs hat natürlich auch mit dem Rückgang der Einwohnerzahlen zu tun. Daher ist der Vergleich der HKZ hier aufschlussreicher. Lag die HKZ 2010 noch bei 6.969 sank sie bis 2016 auf die oben genannten 5.552. Ein Rückgang um 20% Das ist dann eben auch ein Erfolg der Polizei. Apropos Erfolg: Nicht nur die Kriminalitätsrate sinkt. Gleichzeitig ist auch die Aufklärungsquote auf einem vergleichsweise hohen Niveau. In 2016 stieg sie von 52,9% im Vorjahr auf 54,3%. Natürlich wäre hier ein höherer Wert besser (Im gesamten Freistaat Sachsen lag sie bei 55,8%, bei der Polizeidirektion Görlitz sogar bei wirklich guten 60,7%) – hier ist eindeutig noch Luft nach oben!

Aber wie ist das denn mit der gefühlten Kriminalität. Besonders die Zahl der Autodiebstähle – teilweise werden zwei oder drei Kfz an einem Wochenende entwendet – ist immer wieder Grund zur Besorgnis. Im letzten Jahr wurden in Hoyerswerda insgesamt 53 Diebstähle und Diebstahlsversuche registriert. Und doch ist das ein Fortschritt. Denn in 2010 lag dieser Wert noch bei 120. Auch häufig als besorgniserregend empfunden ist typische Beschaffungskriminalität wie Fahrraddiebstähle oder Wohnungseinbrüche. 2016 wurden in Hoyerswerda 401 Fahrräder gestohlen (bzw. es blieb beim erfolglosen Versuch). Ein außergewöhnlich hoher Wert. Und doch ist auch dies ein drastischer Rückgang verglichen mit den Werten von 2010, denn hier wurden noch 642 solcher Diebstähle bzw. Versuche registriert. Ein Rückgang von fast 38%! Und die Wohnungseinbrüche? Deren Wert ist im Gegensatz zum Deutschland- und Sachsentrend fast konstant, sogar ein wenig gesunken. In 2010 wurden noch 80 solcher Fälle gemeldet, 2016 lag der Wert bei 61. Hier gab es in den letzten Jahren allerdings immer wieder ein Auf und Ab. Kellereinbrüche waren besonders in den  frühen Neunzigern fast täglich auf dem Tableau. Und jetzt? Im letzten Jahr wurden 129 solcher Fälle registriert, während es 2010 noch 265 waren, ein Rückgang um 50%.

Die aktuellen Statistiken sind keinesfalls ein Grund, sich zurückzulehnen oder alles schön zu reden. Doch die Kriminalität geht seit 2010 um mehr als 25% zurück. Die gefühlte Kriminalität und die tatsächlichen Werte scheinen doch ein Stück weit auseinander zu gehen. Das Leben in Hoyerswerda ist verglichen mit anderen Städten relativ sicher, selbst in der Law-und-Order-Stadt“ München liegt die HKZ mit 6.128 spürbar höher als unsere beschauliche Stadt.

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