«

»

Aufwachen! Warum manche Medien mehr als 20 Jahre verschlafen haben. Spätestens seit 1994 nimmt Hoyerswerda auch Asylbewerber auf.

Aufwachen! Warum manche Medien mehr als 20 Jahre verschlafen haben.  Spätestens seit 1994 nimmt Hoyerswerda auch Asylbewerber auf.

Aufwachen! Warum manche Medien mehr als 20 Jahre verschlafen haben. Spätestens seit 1994 nimmt Hoyerswerda auch Asylbewerber auf.

Manchmal könnte man schon verzweifeln, wie sehr die Medienmaschine versucht, aus Hoyerswerda einen Extremfall im Umgang mit Asylbewerbern zu machen. Und wenn man dann sieht, dass diese Methode auch die gewünschten Erwartungen in der rechten Szene erfüllt und sich erregt, darüber, dass die „ausländerfreie“ Stadt nun mit „Aslyanten“ vollgestopt wird, dann kann das doch nur der Versuch einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung sein.

Denn tatsächlich ist es nicht so, wie oft behauptet, dass in dieser Woche die ersten Asylbewerber seit 1991 in Hoyerswerda eingetroffen sind. Schon kurz nachdem im September 1991 das Landratsamt die Asylbewerber aus der Stadt gebracht hatte, wurden erste Familien von Asylsuchenden wieder in einzelne Wohnungen einquartiert. Eine Statistik, wie viele es waren, wurde bis zum Jahr 1993 nicht geführt.

Wenn die Medien jetzt also die „ersten Asylbewerber“ vorführen wollen, wie es derzeit gemacht wird, dann haben sie einfach mal die letzten 20 Jahre verpennt. Armselig! Aber, es hat sich ja kaum jemand für die Wirklichkeit in der Stadt interessiert und nun passt es eben gut ins Klischee. Das große Experiment: Die Eingeborenen des Skinhead-Stammes zu Hoyerswerda bekommen die ersten Außerirdischen präsentiert. Ein lebhaftes Klischeebild, das da bei den Lesern und Zuschauern konstruiert wird.

Alle recherchierbaren Werte zur Anzahl der in Hoyerswerda untergebrachten Asylbewerber sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

 

Jahr 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003
Asylbewerber 5 7 7 10 n.v. n.v. n.v. n.v. 27 23
Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Asylbewerber 26 27 20 21 21 22 n.v. n.v. n.v. 11

Diese Werte stammen von der Stadt Hoyerswerda und vom statistischen Landesamt. Sie sind ein Beweis dafür, dass die große Bewährungsprobe, für die die Einrichtung des Asylbewerberheimes gehalten wird, doch schon längst erfolgt ist. Spätestens 1994 waren wieder Asylbewerber in Hoyerswerda untergebracht, wenn auch in sehr geringem Umfang.

Aber es heißt ja auch unisono, Ausländer wären so ungewöhnlich für unsere Stadt, 1991 wurde das Wort „ausländerfrei“ zum ersten Unwort des Jahres gekürt. Seitdem wird bei der jährlichen Verleihung des Unwortes natürlich auch immer Hoyerswerda wieder genannt.  Tatsächlich war Hoyerswerda nie „ausländerfrei“, wie diese Statistik zeigt:

 

Jahr Einwohner davon
Ausländer
Quote
1990 64888 1133 1,7%
1991 62408 611 1,0%
1992 61120 442 0,7%
1993 61894 432 0,7%
1994 60577 375 0,6%
1995 58667 362 0,6%
1996 57568 386 0,7%
1997 55565 375 0,7%
1998 54157 366 0,7%
1999 54157 367 0,7%
2000 50203 361 0,7%
2001 47917 341 0,7%
2002 46381 410 0,9%
2003 45011 443 1,0%
2004 43889 407 0,9%
2005 42607 417 1,0%
2006 41562 424 1,0%
2007 40294 412 1,0%
2008 39214 396 1,0%
2009 38218 417 1,1%
2010 37379 424 1,1%
2011 36687 435 1,2%
2012 35298 458 1,3%
2013 34611 455 1,3%

Und es gibt viele auch einige sehr positive Erfahrungen von Aslybewerbern und Ausländern in unserer Stadt. Bekannt geworden ist zum Beispiel Saad Latif Abdul Satta, der sich mit seiner Familie enorm in die Gesellschaft einbracht, stets half, wo Hilfe gebraucht war und stets präsent in der Stadt. Die Familie ist geblieben und Teil des lebendigen Hoyerswerda geworden. Außerdem haben im Laufe der Jahre immer mehr Ausländer die Deutsche Staatsangehörigkeit erworben und sind damit aus der „Ausländerstatistik“ heraus gefallen.

Kurzum: Dass Aslybewerber und Ausländer überhaupt in Hoyerswerda wohnen, ist keine Neuigkeit. Auch 1991 haben längst nicht alle Ausländer unsere Stadt verlassen, auch wenn sie es nicht leicht hatten. Wie in jeder anderen Stadt auch, gehören Deutsche und Nichtdeutsche zum ganz normalen Alltagsbild, so wie eben auch „Rechte“ und „Linke“, „Dicke“ und „Dünne“, „Große“ und „Kleine“. Neu ist nur der Medienhype, der darum gemacht wird und dass man die Aslybewerber in einer Sammelunterkunft, anstatt in Wohnungen unterbringt.

1 Ping

  1. Hoyerswerda und die Hetzer! » Hoyerswerda - lebt!

    […] behaupten, es sind keineswegs die ersten Asylbewerber seit 1991, die hier untergebracht werden. Spätestens seit 1994 sind in Hoyerswerda regelmäßig Asylbewerber untergebracht worden, einige sind sogar geblieben und fester Teil der Stadt geworden! Doch aufgehetzt werden viele eher […]

Schreibe einen Kommentar